XXIX. Jahrekongress des BDG 2017 Freiburg

am

Vom 28.-30. April 2017 fand der XXIX. Jahreskongress des BDG in Freiburg statt. Ich war als Sprecherin eingeladen, wofür ich mich erneut herzlich bei Frau Prof. Schmiege und dem Vorstand bedanken möchte.

IMG_9357

Der XXIX. Jahreskongress des Bundesverbands Deutscher Gesangspädagogen, welcher in der Hochschule für Musik Freiburg ausgerichtet wurde, startete am Freitag Morgen um 10h mit drei unterschiedlichen Workshops. Ich besuchte den meiner lieben Kollegin, Sängerin und Gesangsdozentin Prof. Esther Kaiser, welche zur Jazz-Improvisation einlud. IMG_9314Der Workshop war toll vorbereitet und Esther hatte mich ab dem ersten Moment. Ich habe tolle Ideen bekommen und das Singen mit der Gruppe sehr genossen. Danke Esther dafür.
Wolfgang Saus sprach zeitgleich über den Obertongesang. Meine Kollegen kamen mit offenen Mündern aus diesem Workshop. Warum sollte sich mir am Sonntag Nachmittag erschließen, als Wolfgang Saus seinen Vortrag vor dem Plenum hielt.

Wer bei Obertongesang denkt: „Spannend, aber nix für mich“, der sollte Wolfgang Saus lauschen, wenn er seine Stimme und alle ihre Teiltöne hörbar macht.
Im Overtone-Analyser werden diese dann sichtbar und deren Wirkung deutlich. Noch nie zuvor habe ich so gut verstanden, was Obertöne sind, welchen Einfluss diese auf meinen Klang haben und wie schnell und intuitiv ich durch die Arbeit daran meinen Sound optimieren kann. Dies ist für die Sänger eine absolute Revolution – und im Bereich Trans* eine ganz neue Chance des Trainings. Überwältigt von seinem Wissen und seiner ruhigen, bescheidenen und tiefen Art und Weise, lud ich Wolfgang auf einen Kaffee ein – und es ergaben sich viele tolle Ideen. Seid gespannt. Und einen seiner Workshop UN BE DINGT !!! besuchen. ABSOLUTES MUST SEE / MUST HEAR / MUST FEEL !

Horst Lutz erwischte mich am Samstag morgen mitten in meinem Lampenfieber, denn er sprach gleich vor mir. Mit seinen Übungen aus Life Kinetik hat er mich so abgelenkt und irritiert, dass das Lampenfieber fast verschwunden war. Ich werde Herrn Lutz auf jeden Fall in München besuchen und ein Training bei ihm buchen. Wahnsinnig spannend, was er da mit uns gemacht hat. Unbedingt googeln und hin gehen!

Frau Prof. IMG_9323Claudia Spahn, Leiterin des Instituts für Musikermedizin, holte mich mit ihrem Denken ab: „Verlassen Sie sich auf Ihr Gefühl und lassen Sie sich nicht von der Forschung verunsichern.“ Denn nach dem einige Studien gezeigt wurden, war mir folgendes wieder klar, (um es mit Alexander Gelhausens Worten zu sagen): „Da liegt ein reißender Fluß zwischen der Forschung und dem Künstler. Und es ist die Aufgabe des Pädagogen, die Information sicher von dem einen zu dem anderen Ufer zu transportieren.“
Die Ergebnisse der Forschung dienen erstmal nur der Wahrheitsfindung. Die Mittel der Forschung sind dabei begrenzt und die Ergebnisse nicht immer für den „Endkonsumenten“ nutzbar. Auch wenn das Freiburger Institut für Musikermedizin beeindruckende Erkenntnisse über die Stimme sichtbar macht, viele interessante Fragen auf’s Forschungstablett legt und diesen mit High End Technik auf den Grund geht – es bleiben Fragen offen und Vorgänge unklar.
Wer eine erstklassige, hochmoderne und umfassende Stimmbeurteilung wünscht und/ oder Hilfe bei einer Stimmerkrankung benötigt, ist im FIM in den besten und modernsten Händen und kann sich sicher sein: hier wird sich Zeit genommen. In jedem Raum steht ein Klavier. Es wird gesungen und zugehört. Ein Traum für jeden Patienten.

Prof. Matthias Echternach sprach über „Registerübergänge“ der weiblichen Stimme.
Prof. Bernhard Richter stellte die brandneue DVD des FIM vor, auf der MRT Scans von Sängern zu betrachten sind. Sehr spannend und aufschlußreich.
Prof. Sascha Wienhausen von der Hochschule Osnabrück sprach über seine Theorie der partiellen Schwingung. Sehr spannend.
Prof. Dr. med. Wofram Seidner über das Stimmelauschen.

Veredelt wurde der Kongress von den Künstlern, die diverse Musikstile darboten. Besonders gut gefallen hat mir die junge Künstlerin, die mit zwei Flöten und ihrer Stimme gleichzeitig gespielt und gesungen hat. Sie war frisch, mutig und unfassbar talentiert. Auch die vier Männer der Acapella-Gruppe HERRENGEDECK hatten mich ab dem ersten Ton. Unbedingt mal anhören und anschauen.

Persönlich ist mir mein abendlicher Heimweg mit Alexander Gelhausen im Gedächtnis geblieben, auf dem er mir innerhalb von 10 Minuten Fußweg eine Hörempfehlung quer durch die Geschichte des Jazz gab. Seine Sprechstimme ist so vielversprechend, dass ich seine Musik gleich googeln musste – und ich kann ihn Euch als Sänger und Dozenten sowie als abendlichen Heimweg-Begleiter  🙂 nur wärmstens empfehlen.

Auch mein Mittagessensgesprächspartner Matthias Müller hat so einige kluge Ideen. Diese findet ihr in seinem Buch Hören – Sehen – Verstehen, welches nun auf meiner Leseliste steht.

Zum Schluß möchte ich noch meine Kollegin Petra Scheeser erwähnen. Unser Austausch auf der insg. 9 stündigen Hin- und Rückfahrt war Gold wert – egal in welchem Themenbereich. Sie hat ein paar tolle Alben rausgebracht und ein Buch über Gesang, welches in einer Version für  Männer und  in einer für Frauen zu kaufen gibt. Ihre Tochter Julia (JuMi) Scheeser sollte uuuunbedingt mal angehört werden. UNfassbare Stimme. Und die Stimme von der Schönen aus der aktuellen Version von „Die Schöne und das Biest.“

Ich hoffe, ich habe Euch was mitbringen können von meinem Ausflug und ihr hinterlasst mir mal Euer Feedback.
Habt einen gemütlichen Tag,

Stephanie

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Kommentar verfassen